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Die barrierefreie Umgestaltung des Bahnhofs an den Brühler Schlössern wird nicht vor 2019 realisiert. Das geht aus der Antwort des nordrhein-westfälischen Verkehrsministers Michael Groschek auf eine Kleine Anfrage des Brühler CDU-Landtagsabgeordneten Gregor Golland hervor.

Der Grund: Das Projekt ist eingebettet in den Ausbau der Stationen an den so genannten Außenästen des Rhein-Ruhr-Express (RRX). Geplant ist, dass die schnellen RRX-Züge ab Dezember 2018 in der Region zwischen Rhein und Ruhr verkehren. Die Vertragspartner, namentlich die DB Station&Service AG, die Zweckverbände Nahverkehr Rheinland und Westfalen-Lippe, der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und das Landesverkehrsministerium, befinden sich laut Groschek in Verhandlungsgesprächen, um noch in diesem Jahr eine Planungsvereinbarung zu treffen. Diese bezieht sich allerdings auf die Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Bis zur konkreten Umsetzung dauert es noch Jahre.

Dabei nimmt der Strom von Pendlern und Touristen am Bahnhof Brühl stetig zu. Wer jedoch nur eingeschränkt mobil ist, etwa im Rollstuhl sitzt, braucht Hilfe, um die Bahnsteige zu erreichen, denn es gibt nur Treppenlifte, die von Mitarbeitern der benachbarten Radstation bedient werden. Das geht aber nicht rund um die Uhr. Motorisierte Rollstühle und Kinderwagen können nicht transportiert werden. Dringend wäre daher der Einbau von drei Aufzügen nötig, mit denen die Bahnsteige uneingeschränkt erreichbar sind.

„Durch übermäßige Bürokratie wird der so wichtige barrierefreie Umbau des Bahnhofs verzögert“, moniert Golland, der auch Kreisvorsitzender der CDU Rhein-Erft ist. „Lippenbekenntnisse des Ministers helfen da nicht weiter.“

Denn Groschek unterstreicht das Bedauern der Landesregierung darüber, dass der Bahnhof einer überregional bedeutenden Stadt wie Brühl „für mobilitätseingeschränkte Personen nicht barrierefrei erreichbar“ ist. Schließlich sei ein Ziel von Rot-Grün „eine selbstbestimmte Nutzung des ÖPNV für alle Mitbürger“.

„Bis dieses Ziel erreicht ist, dürfte die jetzige Landesregierung aber nicht mehr am Ruder sein“, kommentiert der Brühler Abgeordnete.

Der Einbau der Aufzüge soll rund 2,4 Millionen Euro kosten, für sämtliche Umbauarbeiten am Bahnhof Brühl sind rund vier Millionen Euro vorgesehen.

Weitere Informationen:
Antwort auf Kleine Anfrage (Drucksache 16/9839)