Zehn Kreispolizeibehörden und 20 Schulen in Nordrhein-Westfalen starten Ende des Jahres ein gemeinsames Pilotprojekt zur Vorbeugung von Gewalt. Die Konzeption „miteinander.stark.sicher – gemeinsam für eine gewaltfreie Schule“ wurde von den nordrhein-westfälischen Ministerien des Innern sowie für Schule und Bildung erarbeitet. Mit dabei sind auch zwei Schulen im Rhein-Erft-Kreis, wie die CDU-Landtagsabgeordneten für den Kreis, Gregor Golland, Romina Plonsker und Thomas Okos, mitteilen.
„Gewalt unter Kindern und Jugendlichen ist leider ein zunehmendes Problem und spiegelt die Veränderung unserer Gesellschaft“, erklären die drei Christdemokraten. „Handgreifliche Konflikte zwischen Schülerinnen und Schülern oder Aggressionen gegenüber Lehrkräften kommen immer wieder vor. Die Schulen haben bereits gute Methoden zur Deeskalation entwickelt und Schutzkonzepte zur Gewaltprävention erarbeitet oder befinden sich gerade in diesem Prozess.
Das neue Konzept soll hierbei unterstützen und der Kinder- und Jugendkriminalität vorbeugen. Indem die Polizei auf Schulhöfen und im Unterricht mit den jungen Menschen ins Gespräch kommt und zugleich das Schulpersonal ein Deeskalationstraining erhält, wird für das Thema sensibilisiert. Es geht darum zu zeigen, wie sich Konflikte gewaltfrei lösen lassen und wie wichtig ein respektvoller Umgang ist. Zum einen bekommen Lehrkräfte so Sicherheit im Umgang mit Aggressionen und Konflikten, zum anderen wird das Vertrauen in die Polizei gestärkt. Eine gute Sache!“
Die Kreispolizeibehörde Rhein-Erft wird während der einjährigen Pilotphase mit zwei Schulen zusammenarbeiten, deren Sozialindex zwischen 6 und 9 liegt – das heißt, an diesen Schulen gibt es einen hohen Anteil sozial benachteiligter Schülerinnen und Schüler. Es handelt sich um die Gemeinschaftshauptschule am Mühlengraben in Kerpen-Horrem und die Wilhelm-Busch-Hauptschule in Wesseling.
„Dort kommt die ‚Kripo‘ in den Unterricht der siebten Jahrgangsstufen und wird unter Leitung einer Lehrkraft Inhalte vermitteln, die in Zusammenarbeit zwischen pädagogischen und kriminalpolizeilichen Experten entstanden sind“, so Okos, Golland und Plonsker. „Ein Schwerpunktthema der Unterrichtseinheiten ist die Prävention von Messergewalt. Wir sind gespannt, wie das Format bei den Schülerinnen und Schülern ankommt. Ziel ist, die Gewaltprävention weiter zu stärken, Lehrkräfte zu entlasten sowie Polizei und Jugendliche ins Gespräch zu bringen.“
Hintergrund:
Das vollständige Konzept „miteinander.stark.sicher – gemeinsam für eine gewaltfreie Schule“ finden Sie hier. Daneben stellt das NRW-Schulministerium bereits ein breit gefächertes Unterstützungsangebot zur Gewaltprävention zur Verfügung. Dazu gehört der Notfallordner „Hinsehen und Handeln“ inklusive des Handbuches zur Krisenprävention. Auf der Internetseite werden ausführlich Fragen zum Thema beantwortet. Informationen dazu finden Sie hier.
Weitere Hintergründe zum Umgang mit dem Gesamtthemenkomplex Gewalt jeglicher Art und zu Informationsveranstaltungen des Schulministeriums gibt es hier. Auch hat das Schulministerium einen Leitfaden zum Umgang mit Gewaltvorfällen gegen Beschäftigte an die nordrhein-westfälischen Schulen verschickt, nähere Informationen dazu hier.