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Bei einer Führung durch das Jugendkulturhaus Cultra in Brühl hat sich der CDU-Landtagsabgeordnete Gregor Golland über aktuelle und geplante Projekte der Einrichtung informiert, deren Träger der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Regionalverband Rhein-Erft/Düren e.V., ist und die von der Stadt Brühl finanziert wird. Dirk Naumann von der Leitung des Cultra und Mitarbeiterin Dr. Astrid Nierhoff brachten dem Innenpolitiker besonders ein Projekt nahe, das im Sommer 2025 in die Pilotphase ging und das der ASB gerne landes- und später bundesweit ausrollen würde: „Krisenvorsorge & Katastrophenschutz – für eine resiliente Schule“.

„Es geht darum, Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen auf multiple Krisenszenarien vorzubereiten“, erläuterte Golland. „Die Bedeutung von Krisenvorsorge und Resilienzbildung gewinnt in diesen Zeiten auch für Schulen an Bedeutung“, ergänzte Dr. Nierhoff. Vor dem Hintergrund der Flutkatastrophe vom Juli 2021 wurde im Cultra bereits ein Projekt namens „721 | gestern | heute | morgen“ für Jugendliche aus den regionalen Flutgebieten und aus Brühl aufgelegt. Es beinhaltet digitale und analoge künstlerische Aktivitäten zur Förderung von Resilienz und Selbstwirksamkeit und wird durch die „Aktion Deutschland Hilft“ finanziert. Darauf baut das nun für Schulen entwickelte Programm zur Krisenvorsorge auf.

Ein entsprechendes Pilotprojekt hat im Juni 2025 an der Hauptschule Lechenich mit 39 Schülerinnen und Schülern der 7. Klassen an der Schule selbst und im Cultra stattgefunden. Dabei lernten die Jugendlichen zum Beispiel, was in einen Notfallrucksack gehört oder wie der Katastrophenschutz in der Region aufgestellt ist, beschäftigten sich aber auch künstlerisch mit dem Thema.

„Die Idee ist, Schulen in Krisen handlungsfähig zu machen“, so Dr. Nierhoff. In enorm stressigen Situationen solle die Schulgemeinschaft Ruhe bewahren, verantwortungsvoll handeln sowie sich und anderen helfen können. „Mit dem Projekt werden Resilienz und Katastrophenvorsorge in Schulen praktisch und theoretisch erlebbar sowie digital und standardisierbar gemacht.“

Der ASB plant, die Inhalte des Projekts gemeinsam mit Fachleuten und Kooperationspartnern weiterzuentwickeln und zu vernetzen. Zunächst sind Brühl und der Rhein-Erft-Kreis als Pilotregion angedacht. Danach könnte das Programm über regionale Netzwerke gestreut und schließlich NRW-weit ausgerollt werden. Schulen, die beim Projekt teilgenommen haben, sollen dann landesweit ein Schulsiegel erhalten. Die letzte Stufe wäre eine bundesweite Verbreitung.

„Ich halte dieses Projekt für eine gute Idee, die in die Zeit passt und unsere Schulen zukunftsfit und krisenfest machen kann. Zudem können die Schülerinnen und Schüler das Gelernte an Freunde und Familie weitervermitteln“, erklärte Golland. „Gerne nehme ich das Thema mit nach Düsseldorf. Unsere Landesministerin für Schule und Bildung habe ich über das Vorhaben informiert.“