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Ende Juni 2018 war das Düsseldorfer Parlament wieder für drei Tage Schauplatz des Jugend-Landtags Nordrhein-Westfalen. Vom 28.-30.6. nahmen 199 Jugendliche die Plätze der Abgeordneten ein, bei denen sie sich beworben hatten und von denen sie als persönliche Vertreter ausgesucht wurden. Sie lernten die parlamentarische Arbeit in Fraktions- und Ausschusssitzungen sowie die Abläufe einer Experten-Anhörung kennen.

Höhepunkt war die Plenarsitzung am 30. Juni. Dabei wurde nach engagierten Debatten beschlossen, dass Informatik als Pflichtfach für zwei Jahre an allen weiterführenden Schulen im Bundesland eingeführt werden soll und dass Auszubildende und Teilnehmer des Freiwilligendienstes ein vergünstigtes Nahverkehrsticket bekommen sollen. Zudem debattierten die Jugendlichen in einer Aktuellen Stunde über einen Eilantrag zur Novelle des Polizeigesetzes NRW und über die Erhöhung des Mindestlohns auf zwölf Euro.

In den Reihen der CDU-Fraktion nahm Tim Conzen aus Brühl ganz vorne Platz. Der 19-Jährige wurde zum Fraktionsvorsitzenden gewählt und war somit verantwortlich für über 70 „MdJL“ (Mitglieder des Jugend-Landtags). Denn auch im Jugendparlament stellte die CDU die größte Fraktion. Conzen ging auf Einladung von Gregor Golland, ebenfalls aus Brühl und stellvertretender Vorsitzender der „echten“ CDU-Fraktion, ins Plenum.

„Der Jugend-Landtag hat mir viel Spaß gemacht und ich habe einiges für mich mitnehmen können“, betont Conzen. Als Vorsitzender der Jungen Union Brühl und Mitglied des CDU-Kreisvorstandes hat er bereits politische Erfahrung gesammelt. „Wir haben im Plenum heiß diskutiert, harte Verhandlungen geführt und Kompromisse geschlossen. Für die CDU war der Jugend-Landtag sehr erfolgreich. Ich habe jetzt eine ganz andere Sicht auf die Arbeit der Abgeordneten, die anstrengend und verantwortungsvoll ist“, resümiert der Student der Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln.

Die Anträge des Jugend-Landtags werden nun den „echten“ Abgeordneten zur Beratung vorgelegt. Gregor Golland ist schon gespannt darauf. „Tim hat seine Sache als CDU-Fraktionsvorsitzender wirklich gut gemacht. Ich bin stolz, dass ein junger engagierter Brühler meinen Platz eingenommen hat. Es ist wichtig, Jugendlichen Einblick in die politische Arbeit zu geben und ihnen ein positives Demokratieverständnis zu vermitteln. Denn die Jugend ist die Zukunft unseres Landes. Die Teilnehmer des Jugendparlaments gehen mit gutem Beispiel voran, wecken bei ihrer Generation das Interesse an der Politik und wirken auf diese Weise Politikverdrossenheit entgegen.“

Hintergrund:

Der Jugend-Landtag fand erstmals im Jahr 2008 statt. Ziel war und ist es, die Jugendarbeit der Landesparlamente zu stärken sowie junge Menschen für Demokratie und Landespolitik zu begeistern. In diesen zehn Jahren haben rund 1.700 Jugendliche im Alter von 16 bis 20 Jahren teilgenommen. Auch der 9. Jugend-Landtag entsprach mit 199 Abgeordneten und den fünf Fraktionen von CDU, SPD, FDP, Grünen und AfD in seiner Zusammensetzung dem tatsächlichen Landtag.