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In der Novemberausgabe der GdP-Mitgliederzeitung „Deutsche Polizei“ (11/2013, Seite 2f) erschien ein Leserbrief der Bochumer Polizistin Tania Kambouri über die Respektlosigkeit von straffälligen Migranten und integrationsfernen Milieus gegenüber der Polizei. In der Märzausgabe dieses Jahres (Seite 12) äußerte sie sich erneut. Ihre Stellungnahmen haben hohe Aufmerksamkeit erhalten.

Der CDU Landtagsabgeordnete Gregor Golland fragt die Landesregierung mit welchem Programm und welchen konkreten Maßnahmen die Landesregierung gedenkt, auf diesen Hilferuf zu reagieren. „Ferner möchte ich wissen, ob eine Verschärfung der gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz von Polizistinnen und Polizisten sowie und anderen Kräften im Einsatz geplant ist“, so Golland. „Unter keinen Umständen darf es im Land rechtsfreie Räume geben. Im Sinne von Freiheit und Sicherheit muss hier eine Null-Toleranz-Politik durchgesetzt werden.“

Kambouri, die selber griechische Wurzeln hat, berichtet „täglich mit straffälligen Migranten , darunter größtenteils Muslimen (Türken, Araber, Libanesen, usw.) konfrontiert“ zu sein, „welche nicht den geringsten Respekt vor der Polizei haben.“ Dabei fange die Respektlosigkeit bereits im Kindesalter an. Anhand von Beispielen schildert sie sehr anschaulich die Schwierigkeiten mit autarken und illegalen Parallelgesellschaften, in denen niemand mehr auf den deutschen Staat angewiesen sei und stellt die Frage, ob sich die „deutsche Polizei beziehungsweise der Staat (negativ) anpassen“ und „unsere demokratischen Vorstellungen […] einschränken oder aufgeben“ muss. Weiterhin schildert sie: „Die Polizei wird immer hilfloser. Einzelne Beamte können Grenzen setzen, aber ohne Rückhalt der Politik oder der Gerichte werden diese mehr und mehr fallen.“ Gleichzeitig resignieren offenbar viele Beamte. Vorgesetzte raten ihren Mitarbeitern laut „Deutsche Polizei“ von Anzeigen wegen Beleidigung, Widerstand oder Körperverletzung gegen Täter ausländischer Herkunft ab. Laut einer Studie aus dem Jahr 2011 im Auftrag der GdP NRW stellen nur noch die Hälfte der betroffenen Beamten eine Anzeige.

Die Veröffentlichung hat eine rege Debatte innerhalb der Polizei angestoßen, die nun auch von vielen Medien (FAZ, BILD, WAZ, etc.) aufgegriffen wird. Auf einer Podiumsdiskussion während der jüngsten Landesdelegiertenkonferenz der GdP NRW mit dem Landesinnenminister bekam Kambouri viel Applaus für ihre Forderung nach mehr Rückhalt von der Politik. Mit ihren Ausführungen möchte sie die Diskussion um Konzepte gegen Parallelgesellschaften anstoßen, bevor diese schlimmer werden.

„Die bisherigen Aktivitäten und Aussagen dazu von Innenminister Jäger sind schwammig, unpräzise und am Problem vorbei. Eine Antwort, wie er die Polizei stärken und einem Autoritätsverlust entgegenwirken will, bleibt der Minister bisher schuldig“, stellt der CDU-Innenpolitiker Golland betroffen fest.